Die Verwaltung der Konnektivität für eine über Kontinente und Zeitzonen verteilte Belegschaft zählt zu den größten Herausforderungen moderner IT-Betriebe. Sind Ihre Mitarbeiter an verschiedenen Standorten ansässig, ist eine sichere Anbindung an die benötigten Systeme und Tools mehr als nur eine Insellösung oder ein standardisierter Ansatz. IT-Teams müssen daher Infrastruktur, Sicherheitsrichtlinien bei der Bereitstellung und den Betrieb in unterschiedlichen Netzwerkumgebungen sorgfältig planen und dabei stets die Benutzerfreundlichkeit gewährleisten.

Was globaler Fernzugriff wirklich erfordert

Für Organisationen, denen die Sicherung verteilter Konnektivität am Herzen liegt, Fernzugriff für globale Teams ist ein Thema, das sorgfältige Planung verdient und nicht im Laufe der Zeit zusammengewürfelte Ad-hoc-Lösungen.

Tatsächlich ist der Fernzugriff für ein geografisch verteiltes Team nicht dasselbe, wie wenn einzelne Mitarbeiter gelegentlich von zu Hause aus arbeiten. Da sich die Endgeräte der Nutzer oft zwischen dem IT-Team und Teilen der Kerninfrastruktur befinden, erschwert die geografische Distanz die Fehlersuche zusätzlich. Sind die Nutzer jedoch in verschiedenen Ländern ansässig, erhöhen Unterschiede in der Internetzuverlässigkeit, regulatorische Unterschiede innerhalb dieser Länder sowie die Unterstützung von Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen oder lokalen Spezifikationen die Komplexität der Unternehmensaufsicht.

Der erste Schritt ist eine offene Bedarfsanalyse der Organisation. Das bedeutet, zu erfassen, wo sich die Mitarbeiter befinden, auf welche Systeme zugegriffen werden muss, wie häufig dieser Zugriff benötigt wird und welche Latenz oder Leistungseinbußen für die einzelnen Anwendungsfälle toleriert werden können. Beispielsweise unterscheiden sich die Anforderungen eines Entwicklers in Singapur, der auf einen Build-Server in Frankfurt zugreift, deutlich von denen eines Finanzanalysten in Brasilien, der Berichte aus einer Cloud-Anwendung abruft. Beide benötigen einen sicheren und zuverlässigen Zugriff, die zugrunde liegende Architektur kann jedoch erheblich variieren.

Für Organisationen, denen die Sicherung verteilter Verbindungen am Herzen liegt, ist der Fernzugriff zwischen globalen Teams ein Bereich, der sorgfältige Planung erfordert und nicht mit Ad-hoc-Lösungen angegangen werden sollte.

Die richtige Zugriffsarchitektur auswählen

Die richtige Zugriffsarchitektur auswählen

Im Zentrum des globalen Fernzugriffs steht eine architektonische Entscheidung: Soll der Datenverkehr über eine zentralisierte Infrastruktur geleitet werden oder ein verteilterer Ansatz verfolgt werden, bei dem die Verbindungen in der Nähe des tatsächlichen Standorts der Benutzer erfolgen?
Herkömmliche Ansätze, bei denen der gesamte Remote-Datenverkehr über ein zentrales Rechenzentrum geleitet wird, eignen sich gut für kleine Unternehmen oder solche mit vorhersehbaren Datenverkehrsmustern. Dieses Modell birgt jedoch aufgrund der steigenden Anzahl globaler Nutzer Latenzprobleme, die die Produktivität erheblich beeinträchtigen. Beispielsweise kann ein Nutzer in Tokio, dessen Datenverkehr über ein Rechenzentrum in Chicago geleitet wird, im Laufe eines Arbeitstages Verzögerungen erfahren, die sich schnell summieren.

Moderne Alternativen bieten hier eine Lösung: verteilte Zugangspunkte in Kombination mit cloudbasierter Zugriffsinfrastruktur oder Split-Tunnel-Konfigurationen. Dabei wird unkritischer Datenverkehr (allgemeine Internetnutzung) und sensible eingehende Verbindungen über zentrale Steuerungseinheiten geleitet, während der übrige ausgehende Datenverkehr lokal verbleibt. Jede dieser Lösungen bringt Vor- und Nachteile hinsichtlich Sicherheit, Kosten, Leistung und Verwaltungsaufwand mit sich.

Bewertung von Tunnel- und Protokolloptionen

Die Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Fernzugriffsverbindungen hängen eng mit den zugrunde liegenden Protokollen zusammen. Bei globalen Implementierungen kommt es häufig zu Paketverlusten, Verbindungen mit hoher Latenz und Übergängen in Mobilfunknetzen. IT-Teams sollten daher diese Szenarien testen, um die besten Optionen zu ermitteln.

Zu den weiteren praktischen Faktoren der Alltagstauglichkeit gehören Verschlüsselungsstandards, Anforderungen an den Authentifizierungs-Handshake und das Verhalten bei der Wiederverbindung nach Netzwerkunterbrechungen. Was in einem kabelgebundenen Büronetzwerk gut funktioniert, kann für einen Nutzer, der über Mobilfunk in einem Gebiet mit lückenhafter Netzabdeckung verbunden ist, je nach Protokolldesign sehr schlecht funktionieren.

Sicherheitsüberlegungen für verteilte Umgebungen

Die Bereitstellung von Fernzugriff für die gesamte Belegschaft, die sich an einem entfernten Standort befindet, bietet eine deutlich größere Angriffsfläche als eine typische On-Premises-Umgebung. Die Benutzer verbinden sich über Netzwerke, die das Unternehmen nicht kontrollieren kann, mit Geräten, die möglicherweise nicht den Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens entsprechen (BYOD), und unter Umständen aus Ländern mit unterschiedlichen Bedrohungslagen.

Dies erfordert ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept. Dazu gehören strenge Authentifizierungsanforderungen, regelmäßige Geräteprüfungen, Netzwerksegmentierung und Verhaltensüberwachung, um verdächtige Zugriffsversuche unabhängig von ihrer Herkunft zu erkennen. Multifaktor-Authentifizierung sollte Standard sein und nicht nur eine optionale Erweiterung.

Das Nationale Institut für Standards und Technologie (NIST) hat maßgebliche Leitlinien zu Best Practices für die Sicherheit im Homeoffice veröffentlicht. Diese Leitlinien dienen IT-Teams als Rahmen für die Bewertung und Absicherung ihrer Fernzugriffskonfigurationen. Sie enthalten detaillierte Informationen zu Authentifizierungsmethoden, der Sicherheit von Clientgeräten und Verschlüsselungsanforderungen sowie zur Entwicklung einer entsprechenden Richtlinie und sind somit eine praktische Referenz für Organisationen, die ihre Vorgehensweise entwickeln oder überprüfen.

Zugriffskontrollen müssen dem Prinzip der minimalen Berechtigungen entsprechen; das heißt, Benutzern darf nur die für sie erforderliche Zugriffsebene gewährt werden. Bei globalen Teams gestaltet sich dies jedoch schnell kompliziert; Mitarbeiter in verschiedenen Teilen der Welt üben unterschiedliche Tätigkeiten aus, unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen regeln ihren Datenzugriff, und letztendlich hängt ihr Risikoprofil von der Sensibilität der Systeme ab, auf die sie zugreifen müssen.

Sicherheitsüberlegungen für verteilte Umgebungen

Verwaltung von Endpunkten über Grenzen hinweg

Die Ausweitung des globalen Fernzugriffs zählt zu den größten Herausforderungen im Bereich der Endgerätesicherheit. Unternehmen müssen sich entscheiden: Entweder sie statten alle Mitarbeiter im Homeoffice mit firmeneigenen Geräten aus, erlauben ihnen, ihre eigenen Geräte mitzubringen (BYOD), oder sie kombinieren beide Ansätze.

Unterschiedliche Modelle bergen unterschiedliche Sicherheitsrisiken. Verwaltete Geräte bieten IT-Teams die Möglichkeit, Konfigurationsstandards durchzusetzen, Patches einzuspielen, Endpunktschutz bereitzustellen und Geräte im Falle von Verlust oder Kompromittierung aus der Ferne zu löschen. Bei nicht verwalteten Systemen herrscht hingegen Unsicherheit darüber, welche Software installiert ist, ob das Betriebssystem mit aktuellen Patches aktualisiert wird und ob Protokolle zur Bedrohungsanalyse angewendet werden.

Eine einfache Zwischenlösung, die von Organisationen mit Mitarbeitern an geografischen Standorten genutzt wird, an denen der Versand von verwalteter Hardware nicht praktikabel, zu kostspielig oder unpraktisch ist, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen, kann durchgesetzt werden, um sicherzustellen, dass persönliche Geräte ein Mindestmaß an Sicherheit, Passivität und Gesundheitsprüfungen erfüllen, bevor der Zugriff gewährt wird.

Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Netzwerks innerhalb der Regionen

Die Internetqualität kann je nach Region stark variieren. Gebiete mit einer gut ausgebauten Breitbandinfrastruktur weisen grundlegend andere Ergebnisse auf als solche mit langsamer, teurer oder unzuverlässiger Verbindung. IT-Teams, die globale Fernzugriffslösungen entwickeln, müssen diese Unterschiede berücksichtigen, anstatt davon auszugehen, dass alle Nutzer über die gleiche Verbindungsqualität verfügen.

Datenkomprimierung, Protokolloptimierung, adaptive Bitraten-Streaming-Verfahren für Bildschirmübertragungsanwendungen und Caching-Strategien (reduzierter Datentransfer bei häufigen Vorgängen) sind einige Techniken zur Leistungsverbesserung in anspruchsvollen Netzwerkumgebungen. Manche Organisationen bauen regionale Infrastrukturen auf, um die Übertragungsdistanz für Nutzer an Standorten mit hoher Latenz zu verringern.

Die für die Infrastruktur des Bundes zuständige Cybersicherheitsbehörde hat einen Leitfaden für die Fernarbeit auf Bundesebene zusammengestellt, der sowohl die Sicherheits- als auch die betrieblichen Aspekte des Fernzugriffs in großem Umfang berücksichtigt und somit auch für nicht-staatliche Organisationen, die ihre eigenen Programme entwickeln, einen nützlichen Bezugspunkt bietet.

Skalierbares Identitäts- und Zugriffsmanagement

Identitäten für eine globale Belegschaft – Ein Identitäts- und Zugriffsmanagementsystem muss robust genug sein, um Benutzer zu unterstützen, die in verschiedenen Regionen arbeiten, sich in die HR-Systeme zu integrieren, die Rollenwechsel und die Beendigung von Mitarbeiterverhältnissen bestimmen, und auch Authentifizierungsmechanismen zu unterstützen, die über verschiedene Regionen hinweg zuverlässig funktionieren.

Single Sign-On minimiert den Authentifizierungsaufwand für Benutzer und bietet IT-Teams gleichzeitig eine zentrale Kontrollinstanz. Wenn ein Mitarbeiter seine Rolle ändert oder das Unternehmen verlässt, können Zugriffsrechte zentral aktualisiert oder entzogen werden, anstatt jedes System, auf das der Benutzer Zugriff hatte, manuell zu aktualisieren.

Für Organisationen mit Mitarbeitern in regulierten Branchen oder Ländern, die bestimmte Datenlokalisierungsvorschriften haben, muss das Identitätsmanagement auch berücksichtigen, wo Authentifizierungsdaten gespeichert und verarbeitet werden. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf Architekturentscheidungen haben, insbesondere wenn ein Unternehmen ursprünglich davon ausging, dass ein einziger globaler Identitätsanbieter Benutzer in verschiedenen geografischen Regionen ohne besondere Berücksichtigung nahtlos bedienen könnte.

Privilegierter Zugriff und administrative Kontrollen

In allen Umgebungen sollten privilegierte Konten, die für erweiterten Zugriff auf Systeme, Konfigurationen oder sensible Daten genutzt werden, zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen unterliegen. Dies ist insbesondere für globale Teams relevant, da privilegierter Zugriff von einem unerwarteten geografischen Standort aus ein Warnsignal für eine mögliche Kompromittierung sein kann.

Zeitbasierte Zugriffskontrollen, Sitzungsprotokollierung privilegierter Operationen und Warnmeldungen bei Zugriffen von ungewöhnlichen Standorten und Zeiten sind mögliche Sicherheitsmaßnahmen, die Unternehmen in Betracht ziehen sollten. Der administrative Zugriff auf die Kerninfrastruktur sollte gesondert überwacht werden, und zwar noch sorgfältiger als der Benutzerzugriff.

Erstellung und Pflege einer globalen Richtlinie für Fernzugriff

Technologie ist nur die halbe Miete. Auch wenn diese Systeme technisch mit Blick auf Sicherheit konzipiert sind, reichen sie ohne Richtlinien, die festlegen, wie Fernzugriff gewährt, genutzt, überwacht und widerrufen wird, nicht für die praktische Sicherheit aus.

Die auf Unternehmensebene geltende Fernzugriffsrichtlinie muss festlegen, welche Geräte zulässig sind, unter welchen Netzwerkbedingungen ein verbindendes Gerät auf die Blacklist gesetzt wird, wie die Authentifizierung erfolgt, welche Aktionen Benutzer während Fernsitzungen durchführen können und welche nicht, wie Vorfälle gemeldet werden können und wann eine schnelle Beendigung des Zugriffs erfolgt.

Schulungen sind eine Erweiterung der Unternehmensrichtlinien. Mitarbeiter aus verschiedenen Regionen benötigen Klarheit darüber, was von ihnen erwartet wird, wie sie Sicherheitsbedrohungen (nicht nur physische) erkennen und welche Schritte im Verdachtsfall zu unternehmen sind. In einer globalen Belegschaft müssen Schulungsmaterialien sprachlich und rechtlich angepasst werden, und die Schulungsmethoden müssen den Gegebenheiten des Arbeitens in verschiedenen Zeitzonen und Schichten Rechnung tragen.

Überwachung – Reaktion auf Vorfälle auf allen Kontinenten

Da Mitarbeiter in allen Zeitzonen arbeiten, ist das Unternehmen buchstäblich rund um die Uhr aktiv. Daher kann die Sicherheitsüberwachung nicht nur während der Geschäftszeiten erfolgen. Für IT- und Sicherheitsteams ist die lückenlose Überwachung der Fernzugriffsaktivitäten rund um die Uhr unerlässlich. Ein automatisiertes System zur Erkennung von Anomalien und zur Reaktion darauf muss integriert sein – unabhängig von der Tageszeit.

Protokollaggregation, Verhaltensanalyse und automatisierte Benachrichtigungen gewährleisten die schnelle Erkennung verdächtiger Vorfälle. In solchen Fällen stellt die Koordination einer schnellen Reaktion über verschiedene Zeitzonen hinweg eine echte Herausforderung dar, die in den Verfahren zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle berücksichtigt werden muss.

Klare Eskalationswege, Bereitschaftsdienstverantwortlichkeiten und vordefinierte Reaktionspläne bedeuten, dass im Falle eines Fehlers innerhalb von Minuten statt Stunden reagiert wird – ein wichtiger Unterschied, da sich die Benutzer leicht am anderen Ende der Welt befinden könnten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die größte Sicherheitsherausforderung, die eine globale Belegschaft durch die Aktivierung des Fernzugriffs mit sich bringt?

Oder, um es genauer zu sagen: Das größte Risiko ist vielleicht der unberechtigte Zugriff durch kompromittierte Zugangsdaten oder unsichere Endgeräte. Angreifer können Schwachstellen von Benutzern ausnutzen, die sich über Netzwerke außerhalb der Kontrolle einer Organisation verbinden und deren Multi-Faktor-Authentifizierung schwach oder gar nicht vorhanden ist. Die Verbesserung der Authentifizierung und die Sicherheit von Endgeräten sollten daher grundlegende Anforderungen für jede Organisation sein und kein optionales Extra.

Wie sollte IT Teams den Zugriff für Remote-Mitarbeiter in Ländern mit schlechter Internetverbindung verwalten?

Analysieren Sie die spezifischen Zugriffsherausforderungen jeder Region und passen Sie die Lösungen entsprechend an. Mögliche Optionen sind: regionale Infrastruktur zur Reduzierung der Latenz, Protokollauswahl für die Anforderungen latenzbehafteter oder verlustbehafteter Netzwerke, Unterstützung für Offline-Betrieb und sichere Synchronisierung sowie gegebenenfalls die Bereitstellung von zwischengespeicherten Inhalten. Eine Lösung für Umgebungen mit hoher Bandbreite wird nicht zwangsläufig alle Nutzer weltweit zufriedenstellen.

Wann und wie oft sollte eine Organisation ihre globale Fernzugriffsrichtlinie regelmäßig überprüfen?

Richtlinien für den Fernzugriff müssen mindestens einmal jährlich und immer dann aktualisiert werden, wenn sich im Unternehmen wesentliche Änderungen ergeben, wie beispielsweise der Eintritt in neue Märkte, die Umstellung der Zugriffstechnologie, Sicherheitsvorfälle oder die Einführung regulatorischer Anforderungen aufgrund von Geschäftstätigkeiten in einem bestimmten Rechtsraum. Richtlinien, die nicht fortlaufend aktualisiert werden, entsprechen nicht mehr der Realität und der aktuellen Bedrohungslage.

Erfolgreicher globaler Fernzugriff erfordert mehr als nur Konnektivität. Durch die Kombination von sicherer Architektur, robustem Identitätsmanagement, Endpunktschutz, kontinuierlicher Überwachung und klaren Richtlinien können Unternehmen verteilte Teams unterstützen und gleichzeitig Sicherheitsrisiken minimieren, Compliance gewährleisten und weltweit zuverlässige Benutzererlebnisse bieten.

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